Freitag, 28. September 2012

An das Klischee gefesselt

Als "Opfer und trotzdem-Helden" finden sich Menschen mit Behinderungen in Zeitungen, im Fernsehen und Radio wieder. Gut gemeint, aber schlecht hingehört, läßt sich dazu auch sagen. Damit wir Journalistinnen und Journalisten unsere Arbeit besser machen gibt es www.leidmedien.de.  
Auch schon mal so einen Quatsch geschrieben?

 
Auf dieser Website bieten behinderte und nichtbehinderte Medienschaffende jede Menge Nachdenk-Tipps für eine klischeefreie Berichterstattung. 

Es lohnt sich, da mal im Glossar nachzuschauen, wie texte ich besser. Oder in den FAQs Hilfestellung zu holen gegen Unsicherheiten bei Interviews.


Rebecca Maskos, freie Journalistin, hat die Internetseite mit aufgebaut und bei einem 
Workshop zur "Inklusion" rbb-Kolleginnen und -Kollegen im September 2012 vorgestellt. 
 
Viele von uns kamen zur eintägigen Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Berliner und Brandenburger Behindertenverbände, weil uns schon der Untertitel der Einladung über eine klassische journalistische Fehlleistung schmunzeln ließ: "Wenn Sie jemanden sehen, der an den Rollstuhl gefesselt ist, binden Sie ihn los oder rufen Sie die Polizei!"

Zu der oft gefundenen Fessel-Formulierung hat uns Rebecca Maskos ganz nüchtern erzählt, dass der Rollstuhl ihr, die wegen der Glasknochenkrankheit kleinwüchsig ist, den Zugang zur Welt öffnet. Von Fesseln keine Spur.

Keine Kommentare: