Mittwoch, 3. August 2016

Sommerpause

München ganz friedlich: die Isarauen im Sommer 2016 / Foto: A. Knop

Ganz Deutschland hat Ferien. Zumindest für ein paar Tage ist von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen überall schulfrei. Auch der Watch-Salon verabschiedet sich in die Sommerpause. Bis Ende August tanken wir Kraft, frische Eindrücke und Ideen - und sind dann mit ein paar Neuerungen wieder am Start.

Wir wünschen unseren Leser*innen gerade in diesen Zeiten Ruhe, Erholung und ein gutes Miteinander. Zum Abschied gibt es noch einen neuen Blogpost: ein Rückblick auf das, was Münchner*innen bei einem weltoffenen, bunten Festival an den Kammerspielen von uns wissen wollten - am Wochenende vor dem Amoklauf, der, so die Worte des Oberbürgermeisters Dieter Reiter bei der Gedenkfeier, auch ein "Anschlag auf das bunte, das vielfältige und tolerante München" war.

Gespräche im Sieben-Minuten-Takt: Feminist Speed-Dating


Partner*innenwechsel beim Gongschlag: Juliane Hahn und Verena Regensburger von den Münchner Kammerspielen sorgen dafür, dass beim Feminist Sped-Dating der Zeitplan klappt. / Foto: Angelika Knop

Zwei Stunden, 15 Feminist*innen und jeweils sieben Minuten Zeit. Das war ein Angebot aber auch eine ziemliche Herausforderung beim Festival Body Talk an den Münchner Kammerspielen. Denn mit Körpersprache allein ließ sich die feministische Szene der Landeshauptstadt beim Speed-Dating nicht kennenlernen. Es hieß reden, reden, reden - und natürlich zuhören. Eindrücke einer intensiven Veranstaltung:

Donnerstag, 14. Juli 2016

Das Festival Body Talk - Fünf Fragen an Stefanie Lohaus

Stefanie Lohaus, Herausgeberin vom Missy Magazine, kuratiert das Festival Body Talk in München
  Foto: Paula Winkler

"Das deutsche Theater ist mehrheitlich, schlicht und ergreifend: männlich, weiß, hetero." Ausgehend von dieser Feststellung zeigen die Kammerspiele München drei Tage lang, woran das liegen könnte und dass es auch anders geht. Das Festival "Body Talk" bietet vom 14. bis 16. Juli 2016 Performances, szenische Interventionen, Konzerte, Vorträge. Es geht um Pick-up-Artists, um sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum und im Internet oder um die Optimierung des Körpers. Co-Kuratorin Stefanie Lohaus ist auch Mitglied im Journalistinnenbund und daher sofort bereit gewesen, uns hinter den Vorhang blicken zu lassen.

Dienstag, 12. Juli 2016

Nach dem Brexit-Chaos: Theresa May soll den Karren aus dem Dreck ziehen

Die Sun zeigt May als eine, die Männer zerquetscht. Der Telegraph bringt ein Bild vom Ehepaar May.    / Foto: Stadlmayer

Die Medien überschlagen sich vor Begeisterung über Theresa May, die am Mittwoch zur neuen britischen Premierministerin ernannt wird. Alle Titelseiten zeigen die lachende Innenministerin, die ihre Konkurent_innen aus dem Rennen geschlagen hat. "Die Krönung der Theresa" titelt die Daily Mail. "May auf der Überholspur" schreibt der Guardian. Besonders originell ist die Boulevardzeitung The Sun: Sie zeigt eine Montage, auf der May mit ihren Leopardenmuster-Lieblings-Pumps auf die Köpfe ihrer männlichen Konkurrenten tritt.

Seit dem Brexit-Votum vom 23. Juni ist hier in Großbritannien das Chaos ausgebrochen. Für mich als politische Korrespondentin ist das ein déjà-vue-Erlebnis: Wie Angela Merkel im Jahr 2000 in Deutschland soll heute Theresa May in Großbritannien den Karren aus dem Dreck ziehen.

Freitag, 8. Juli 2016

Salon-Schnipsel: Spice Girls feministisch reloaded

Salon-Schnipsel, der: Kleine Empfehlung der Salonistas, in unregelmäßigen Abständen zu finden. Zum Sehen, Hören, Freuen.

Global Girls for Global Goals - #WhatIReallyReallyWant wird zur Frauenpower-Hymne      / Foto: globalgoals.org, getty images


Fundsache: Remake des Wannabe-Videos zugunsten globaler Mädchen- und Frauenrechte. 20 Jahre nach dem Welthit der Spice Girls dient es der Verbreitung von Forderungen der Vereinten Nationen: "Global Goals for Global Girls".

Mittwoch, 22. Juni 2016

Kleine Widerrede: Ein Denkmal für das Nein!

Mit unschöner Regelmäßigkeit lesen, sehen oder hören wir in den Medien einen Beitrag, über den wir nur den Kopf schütteln können; einen Beitrag, dem wir nicht das letzte Wort lassen wollen. Dann hauen wir in die Tastatur und schreiben eine Widerrede.

Warum dem echten "Nein!" ein Denkmal gebührt. (Foto: Martin Abegglen, CC-BY-SA)

Liebe Svenja Flaßpöhler,

Sie haben einen Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung geschrieben. Darin prangern sie das "Nein" an. Sie decken seine Verwicklung in patriarchale Zwecke auf. Sie zitieren Rousseau, den alten Chauvi, der das "Nein" der Frau als wesentlichen Bestandteil der ihr ziemenden Scham und Zurückhaltung lobte, das kokettierende "Nein" als "Widerstand gegen die Lust des Mannes".

Ja, es mag sein, dass wir Feministinnen, die wir gerade "Nein heißt Nein!" rufen, diese epochale Facette des "Neins" ausblenden. Doch die Menschheitsgeschichte umfasst weit mehr als Rousseau und seine Kumpane. Wenn Sie meinen, das "Nein" sei patriarchal eingefärbt, übersehen Sie seine Größe.

Denn das "Nein" ist nicht patriarchal; das "Nein" ist archaisch.

Montag, 20. Juni 2016

Doku zum Genozid an den Jesiden - Fünf Fragen an Düzen Tekkal

Die Journalistin Düzen Tekkal dokumentierte in "Háwar" den Genozid an ihrem eigenen Volk - den Jesiden. Sie findet, "Bei so einem Thema kann man nicht neutral sein." Foto: © Markus Tedeskino
Düzen Tekkal, Jahrgang 1978, war keine Kriegsberichterstatterin - bis sie 2014 Augenzeugin des Massenmordes an ihrem eigenen Volk wurde. Ihr Film "Háwar - meine Reise in den Genozid" ist ein Hilferuf an die freie Welt, nicht mehr wegzuschauen. Darin dokumentiert sie auf dramatische Weise das unfassbare Leid der vom IS verfolgten Religionsgemeinschaft der Jesiden.
Sie erhielt dafür bei der Verleihung des "Couragepreis für aktuelle Berichterstattung", 2016 das erste Mal vom jb vergeben, eine lobende Erwähnung. Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni wird er zur Prime Time auf ZDFinfo ausgestrahlt.