Mittwoch, 2. Mai 2018

„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?“ Regisseurin Kerstin Polte im Interview

von Christine Olderdissen

Charlotte (Corinna Harfouch) steigt aus und macht nur noch was ihr gut tut. / Foto: Alamodefilm


Ein Film über die Liebe und den Tod und den großen Raum dazwischen, das ist der erste abendfüllende Spielfilm der Berliner Regisseurin Kerstin Polte. Im flirrenden Sommerlicht Norddeutschlands, mit Wolken und Meer, nimmt sie uns mit zu einem Roadmovie voller irrwitziger Wendungen. Gott, eine tote Katze und ein kluges Mädchen spielen ebenso eine wichtige Rolle, wie eine Lastwagenfahrerin und eine Taucherbrille. Eine Ehe an ihrem Ende, ein Mutter-Tochter-Konflikt der üblichen Art, der Start in den Ruhestand und das Schicksal der Alleinerziehenden sind die Eckdaten. Mittendrin Charlotte, gespielt von Corinna Harfouch, die „mehr vergisst, als sie erlebt“, und Meret Becker als ihre kratzbürstige Tochter Alex.

Sonntag, 29. April 2018

Vielfältiger Journalismus auf der re:publica 2018 #reddi

von Mareice Kaiser

Motto der re:publica 2018: POP als Kürzel für Power Of People. 


Die re:publica ist eine der wichtigsten Konferenzen zu den Themen der digitalen Gesellschaft: Netzpolitik, (Pop-)Kultur, Bildung, und Medien. Die kommende re:publica 2018 findet vom 2. bis 4. Mai in Berlin statt. In diesem Jahr lautet ein Themenfeld Fe:male Digital Footprint. Auch wir werden mit unserer Session Strategien für vielfältigen Journalismus am 2. Mai dabei sein und dazu unter #reddi (Redaktion divers) twittern.

Alle weiteren Sessions, Workshops und Talks zu vielfältigem Journalismus und Frauen in den Medien bei der re:publica 2018:

Mittwoch, 18. April 2018

Sie lieben und sie zoffen sich. "Lady Bird" - ein berührender Mutter-Tochter-Film

von Tina Stadlmayer

Christine alias Lady Bird und ihre Mutter haben sich gerade nicht viel zu sagen.    / Foto: Universal Pictures

Die ältere Dame neben uns im Kino weint leise. Offenbar hat der Film "Lady Bird" bei ihr einen Nerv getroffen. Meine Tochter (20) und ich fanden ihn auch ganz wunderbar. Saoirse Ronan spielt die Teenagerin Christine, die darauf besteht, dass sie von allen Lady Bird genannt wird. Mit ihrer Mutter (gespielt von Laurie Metcalf), die als Krankenschwester arbeitet, gerät sie sich regelmäßig in die Haare. Der Film urteilt nicht, sondern beschreibt nachvollziehbar, wie genervt die Tochter von ihrer Mutter ist, die eigentlich immer nur das Beste für sie will. Das haben wir so oder so ähnlich alle schon erlebt, und genau so wollen wir als Mütter nicht sein und sind es vielleicht doch. Ein Mutter-Tochter-Film also, der sowohl für Mütter als auch für Töchter spannend ist.

Donnerstag, 22. März 2018

"Vielseitig statt eintönig": jb-Medienlabor diskutiert über Diversity in Redaktionen

von Christine Olderdissen und Angelika Knop

Must Have: Vielfalt bei Medienschaffenden        / Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin, Austellung Fototechnik

Deutschland ist längst ein Einwanderungsland und irgendwie kriegen es die Medien nicht mit. Provokante These, klar doch. Fakt aber ist: Jede*r fünfte Einwohner*in hat eine Migrationsgeschichte, die alltägliche Berichterstattung aber wird von Journalistinnen und Journalisten dominiert, die das nicht selbst erleben. In den Redaktionen hat nur jede*r Fünfzigste familiäre Migrationserfahrung. Das haben die Neuen deutschen Medienmacher festgestellt. Was also muss passieren, damit wir Diversity in den Medien etablieren? An diesem Freitag, 23. März 2018,  diskutiert in Köln das 6. Medienlabor des Journalistinnenbundes über Medien in der Einwanderungsgesellschaft.

Montag, 19. März 2018

"Es führt kein Weg an vielfältigeren Redaktionen vorbei" – Fünf Fragen an Vanessa Vu

von Mareice Kaiser

"Es macht einen Unterschied, ob man sich das Wissen um Minderheiten anrecherchiert und erfragt hat,
oder ob man es seit Jahrzehnten mit sich trägt." - Vanessa Vu / Foto: privat

Vanessa Vu hat "den Wunsch, Menschen zu verstehen. Am liebsten die, die nicht verstanden werden: Hassende und Gehasste, Ausgegrenzte und Andere". Die 26-jährige Redakteurin arbeitet bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre Schwerpunktthemen sind Migration, Feminismus und Südostasien. In ihrem Text "Meine Schrottcontainerkindheit" erzählt sie, wie es ist, wenn man mit der ständigen Angst aufwächst, abgeschoben zu werden.

Sonntag, 18. März 2018

"Fair Pay ist die Zukunft" - Henrike von Platen zeigt Unternehmen Lohntransparenz

von Angelika Knop

"Transparenz sorgt für Augenhöhe." Henrike von Platen, Gründerin Fair Pay Innovation Lab / Foto: Oliver Betke

Das Entgelttransparenzgesetz regelt nicht nur den Auskunftsanspruch für einzelne Arbeitnehmer*innen. Es fordert auch Unternehmen auf, ihre Lohn- und Gehaltsstrukturen grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen. Das ist zwar nur ein Appell, aber dafür gibt es zumindest staatliche Hilfe in Form von erprobten und standardisierten Verfahren. Das Bundesfrauenministerium bietet den Monitor Entgelttransparenz, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes den Entgeltgleichheitscheck, kurz EG Check. Den haben unter anderem die Deutsche Telekom, die Messe Berlin, die Stadt München und das Land Berlin schon angewendet. Henrike von Platen berät mit ihrem Fair Pay Innovation Lab Unternehmen dabei, gerechte Bezahlung zu erreichen. In unserer Reihe "Fünf Fragen" zeigt die ehemalige Vorsitzende der Business Professional Women Germany: "Wo ein Wille ist, führt auch ein Weg zur Lohngerechtigkeit."


Freitag, 16. März 2018

Entgeltgleichheit: Wir können Transparenz - Eine Anleitung für Journalist*innen

von Angelika Knop

Durchblick im Zahlen- und Gesetzesdschungel. Equal Pay Aktion auf dem Münchner Marienplatz / Foto: A. Knop

"Transparenz gewinnt" - ein wenig lächelt die kritische Journalistin ja schon über das Motto der Kampagne für den Equal Pay Day an diesem Sonntag. Weiß sie doch, dass Fair-Pay-Aktivistinnen das 2017 in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz als "zahnlosen Tiger" bezeichnen. Unternehmensvertreter*innen nennen es gerne ein "Bürokratiemonster". Und beide haben nicht ganz unrecht. Außerdem hat sie selber in der Regel keine Ahnung, ob der Kollege am nächsten Schreibtisch oder im anderen Studio mehr Gehalt oder Honorar bekommt als sie. Andererseits: Das könnte ja auch die journalistische Neugier wecken - und Anlass sein, ein paar kritische Fragen zu stellen. Denn selbst ein schwacher Hebel kann Strukturen verändern, wenn ihn nur viele ansetzen. Deshalb hier eine kurze Anleitung: Transparenz do-it-yourself!