Donnerstag, 4. Januar 2018

"Die Spur" - illegale Jagd als frauenverachtender Mikrokosmos

Ein Gastbeitrag von Filmlöwin Sophie Rieger

In der Sorge um die Natur nervt Duszejko (Agnieszka Mandat-Grabka) ihre Widersacher / Foto: Filmkinotext

Die alte Duszejko ist unbequem. Nicht nur weil sie mit ihren astrologischen Weissagungen einigen Menschen auf die Nerven geht. Vielmehr stellt sie für die lokale Jagdgemeinschaft einen wandelnden Albtraum dar. Ihre Anzeigen bei der Polizei wegen Wilderei sind schon ärgerlich genug, aber Duszejko schreckt auch nicht davor zurück, höchst selbst und wild keifend in einen ihrer Meinung nach illegalen Jagdausflug einzugreifen. Ernst nehmen tut sie natürlich niemand. Selbst dann nicht, als eine mysteriöse Mordserie der Polizei ein echtes Rätsel aufgibt. An den Tatorten befinden sich Tierspuren und Duszejko ist davon überzeugt, das Wild würde nun seine berechtigte Rache nehmen.

Montag, 18. Dezember 2017

#Journalistinnenwunsch

von Mareice Kaiser

Für Informationsfreiheit: THE WEAPEN / Foto: theweapen.com

"Ich brauche kein Frühstück ans Bett, ich brauche Steuerklasse 3." – So lautet ein Tweet unter dem #Muttertagswunsch, der zum Muttertag 2016 viral ging. Wir haben uns gefragt, was sich feministische Journalistinnen (zu Weihnachten und auch sonst) wünschen – also wir. Und haben hier ein paar Wünsche und Ideen:

Donnerstag, 30. November 2017

Journalistinnen verbindet euch! Kolleginnen aus vielen arabischen Ländern trafen sich in Tunesien

von Tina Stadlmayer

Selbstbewusste junge Journalistinnen aus Palästina, Marokko, Ägypten und Tunesien.  / Foto: Tina Stadlmayer

So viele interessante Frauen auf einer Konferenz: Die Palästinenserin Maysoun Odeh, die den Frauen-Radiosender Nisaa FM gegründet hat,  Shahira Amin von der Union of Media Women in Egypt, die blinde Psychologin Laila Atshan, die in Palästina Traumaopfer betreut, die Fernsehjournalistin Mabrouka Khedir aus Tunesien, Radhia Jerbi, die Vorsitzende des tunesischen Frauenverbandes UNFT, Dima Tarhini, die jeden Tag eine politische TV-Diskussionsrunde für den arabischen Dienst der Deutschen Welle vorbereitet und moderiert. Nicht zu vergessen, die vielen jungen Kolleginnen, die jeden Tag gegen Widerstände ankämpfen und sich nicht unterkriegen lassen.


Sonntag, 26. November 2017

Spiel um Anerkennung - im Tennisdrama "Battle of the Sexes" kämpft Emma Stone gegen Ungleichbehandlung im Sport

von Luise Loges


Clown vs. Kämpferin: Billie Jean King (Emma Stone) und Bobby Riggs (Steve Carrell) / ©Fox Searchlight Productions

Kampf der Geschlechter nannten die amerikanischen Medien 1973 zwei Spiele zwischen damals aktuellen Champions im Frauentennis und einem männlichen Ex-Profi. Ob die ein reines PR-Spektakel oder einen Meilenstein für die Anerkennung von Frauen im Sport darstellten, ist bis heute umstritten. Doch für ein feministisch angehauchtes Typendrama bietet der Medienzirkus um Billie Jean King, Margaret Court und Bobby Riggs auf jeden Fall genug Material.

Dienstag, 21. November 2017

Nicht-Mann und Nicht-Jung – Wie alte Frauen verschwinden

von Inge von Bönninghausen, Gastautorin

Foto: Eva Hehemann


50+, junge Alte oder Best Agers, SeniorInnen, Langlebige, Hochbetagte. Ist das Vielfalt, Verwirrung oder Verdrängung? »Älter werden«, das wohl schönste Buch zum Thema von Silvia Bovenschen, hat eine Antwort: »Eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muss doch die Angst vor dem Alter sein, dass sie sogar die Grammatik vergewaltigt.«

Freitag, 10. November 2017

Wenn Feministinnen älter werden

von Christine Olderdissen

Das Frauenzeichen - in Vergessenheit geratenes Symbol der Frauenbewegung / Bild: Christine Olderdissen


Vor wenigen Tagen entfuhr einer Freundin in einer Runde von Feministinnen 55+ ein Stoßseufzer. Sie bedauerte zu spät geboren zu sein. Die wilden Aufbruchjahre der Frauenbewegung hatte sie, Jahrgang 64 und aufgewachsen in Berlin-Kreuzberg, verpasst. Die Entstehung der Frauenzentren, Frauenkneipen, Frauenparties in Unimensas, wo angeblich komplett befreit oben ohne getanzt wurde, für all das war sie zu jung gewesen.

Just zu diesem Zeitpunkt startete die Debatte um den Artikel von Charlotte Wiedemann, in meiner Twittertimeline, im jb und hier unter den Kolleginnen im Watch-Salon. Meine Gedanken zu "Selbstgewiss und radikal. Wie geht Feminismus ab 60?" gingen aber in eine andere Richtung. Beim ersten Satz: „Wie können ältere Frauen Feministinnen sein“ musste ich schmunzeln – die Frauenbewegten der ersten Stunde sind jetzt diese „älteren Frauen“. Wie ist das, als Zuschauerin und Akteurin einer sozialen Bewegung älter zu werden, fragte ich mich. Kurz, was habe ich mit denen zu tun?

Donnerstag, 9. November 2017

Kampagnenauftakt Equal Pay: Transparenz gewinnt?

von Angelika Knop
 
Ab heute wird wieder getrommelt: EPD-Aktion auf dem Münchner Marienplatz (2014) / Foto: Angelika Knop

21 Prozent beträgt die aktuelle Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. "Die Zahlen wirken wie in Stein gemeißelt", heißt es auf der Website des Equal Pay Days. Dennoch lautet das hoffnungsfrohe Motto der Kampagne 2018, die heute startet: Transparenz gewinnt! Denn ab dem kommenden Jahr haben Frauen in vielen Betrieben einen Anspruch darauf, das Gehalt männlicher Kollegen zu erfahren. Lässt sich der Stein dadurch erweichen?