Mittwoch, 16. Juli 2014

Angela Merkel: Zum 60. ein Historiker


Merkel-Markenzeichen Raute. Foto: Armin Linnartz, CC-BY-SA-3.0

Angela Merkel wird 60. Zum 50. bekam sie ja einen Hirnforscher geschenkt: Wolf Singer. Dem aktuellen Spiegel ist zu entnehmen (Seite 38), dass er mit den Händen eine genau so schöne Raute machen kann wie Merkel selbst.

Montag, 30. Juni 2014

Nicht nur ein Quötchen: Ministerin Schwesig gratuliert ProQuote zum Bergfest


Anstoßen auf die Quote: Manuela Schwesig (in Rot) zwischen Schauspielerin Maren Kroymann
und ProQuote-Gründerin Annette Bruhns (rechts). Foto: ProQuote via Facebook

„Frauen sollen da ankommen, wo sie hingehören. Wir haben ein Recht auf Einfluss, Macht und Geld. Weil wir gut sind.“ Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig demonstrierte beim Bergfest von ProQuote an diesem Samstag in Berlin ihren Kampfeswillen. Die agile SPD-Frau hatte eine Woche zuvor einen Referentenentwurf für das Gesetz zur 30%-Quote in Aufsichtsräten für börsennotierte Unternehmen auf den Weg gebracht. Nach Abstimmung mit den anderen Ministerien will sie das Gesetz durchkämpfen: „Über die Quote zu diskutieren, darauf habe ich richtig Lust“. Die Bundesfrauenministerin und ProQuote: Hier ziehen zwei am selben Strang. Mit guten Argumenten.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Pionierin der Straßenfotografie: Herausragender Dokumentarfilm über Vivian Maier

Vivian Maier, Selbstporträt aus den 1960er Jahren

Eine junge Frau im dunklen, schweren Mantel. Groß und schlank. Mit festen Männerschuhen und schlichtem Haarschnitt. Oft mit Filzhut unterwegs. Das einzig Auffällige, die große Kamera um den Hals. Mit einem Rühr-mich-nicht-an Blick und drei Kindern im Schlepptau zieht sie ihre Bahnen  durch die Armenviertel Chicagos, fotografiert die Einkaufstaschen der Hausfrauen, den Rücken eines kräftigen Arbeiters, die erschöpften Blicke der Verkäufer. Wer war diese Unbekannte, die mehr als 100 000 Fotos schoss und keines veröffentlichte?


Sonntag, 22. Juni 2014

Massenvergewaltigungen, eine Konferenz - und nun?

Was bleibt vom Londoner Weltgipfel gegen sexuelle Gewalt in Konflikten?


Sie zog das Medieninteresse auf sich ….

…und lenkte es auf die Opfer: Angelina Jolie   Fotos: A. Knop

Sie kam gegen Ende der Veranstaltung - und viele zückten die Smartphones oder Fotoapparate. Ich ebenfalls, auch wenn sich das seltsam anfühlte, da eine Schauspielerin im Zuschauerraum abzulichten, während vorne auf dem Podium Frauen aus Uganda darüber sprachen, wie sie noch immer mit den Folgen des Bürgerkriegs kämpften. Damals entführt und vergewaltigt von der Lord's Resistance Army, heute heimgekehrt aber geächtet von der Gemeinschaft. 

Und dann bat die Moderatorin eine von ihnen, Esther Atim, noch einmal zu erzählen, was ihr widerfahren war - damit es auch Angelina Jolie und der britische Außenminister William Hague hören konnten. So als wäre das hier Hollywood, wo man eine Szene einfach wiederholt, wenn sie noch nicht richtig im Kasten war, dachte ich. Eine Inszenierung für die Schirmherren und für die Medien. Doch dann begann Esther Atim erneut zu erzählen - und ich änderte meine Meinung.

Montag, 16. Juni 2014

Eine Vergewaltigung, ein Aufschrei und ein "Ach so..."

Mit Messer in der Hand: So stellt sich die Rechtssprechung eine Vergewaltigung vor.
(Tizian: Tarquinius und Lucretia. Bild: Wikimedia, public domain)

Am 12. September 2012 wurde auf Twitter mal wieder gekotzt. Drei Jahre zuvor war eine 15-Jährige von einem 31-Jährigen vergewaltigt worden. Dass es zum von ihr ungewollten Geschlechtsverkehr gekommen war, daran bestand kein Zweifel. Trotzdem sprach nun das Landgericht Essen den Mann frei. Der Bericht in der Hertener Allgemeinen ("Freispruch im Vergewaltigungs-Prozess: "Mädchen hat sich nicht genug gewehrt"") löste verständlicherweise einen Aufschrei aus. Und auf Twitter wurde, wie in solchen Fällen üblich, manch virtuelles Erbrechen zelebriert: "Mir ist schlecht", "Das ist kein Urteil, das ist beschämend. Ich kotze."

Andere Medien griffen die Geschichte auf, gingen aber kaum über den Bericht der Hertener Allgemeinen hinaus. Dann folgte noch ein Artikel auf Spiegel Online ("Ein erschreckend korrektes Urteil"), der die Gerichtsentscheidung ein bisschen erklärte:


Montag, 9. Juni 2014

Schlaue Spielfiguren: Lego lässt jetzt Frauen forschen



Wenn Lea und Rabea demnächst mit Albertine Legostein spielen, legen sie sicher den Grundstein für eine Wissenschaftskarriere, an der sie dann ebenso zielstrebig bauen. Nein, leider ist die Welt kein Legoland und so einfach wird es wohl nicht funktionieren. Dennoch haben die dänischen Spielzeug-Hersteller jetzt bei mir wieder einen Stein im Brett, denn sie bringen ein dreiteiliges Mini-Figuren-Set mit Wissenschaftlerinnen heraus: eine Paläontologin, eine Astronomin und eine Chemikerin. Patente Frauen mit Dinosaurierskelett, Fernrohr und Reagenzglas. Damit kriegen die Klötzchen-MacherInnen elegant die Kurve aus der Klischee-Falle.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Netzfeminismus - die jüngste Welle der Frauenbewegung

Vernetzte Feministinnen (v.r.): Die Referentinnen Susanne Klingner
und Magdalena Köster, Moderatorin Angelika Knop           
Foto: Barbara Streidl

"Wir sind eine Labergesellschaft - aber am Ende soll auch was rauskommen." Anschaulich, knapp und direkt war dieser Kommentar von Susanne Klingner, ebenso wie ihr Vortrag über Netzfeminismus. Rund 30 Frauen waren zur Diskussion mit den Frauenstudien München und dem Watch-Salon gekommen. Sie wollten wissen, ob und wie Frauenpower im Internet Politik und Gesellschaft verändern kann. Auf diese Frage gab es im Münchner PresseClub viele Antworten.