Donnerstag, 30. April 2015

Knochenarbeit: Bekenntnisse einer Teilzeit-Archäologin

Die Autorin bei der Ausübung ihrer bevorzugten Arbeit. Foto: Brigitte Laschinger (alias die Chefin)

Wenn ich morgens kurz nach sechs aus dem Haus gehe, sehe ich wohl nicht aus, wie man sich allgemein eine Journalistin vorstellt. Dann trage ich Arbeitshosen (nur in Männergrößen erhältlich), irgendein T-Shirt, das ich schon längst hätte ausmustern sollen, und eine dicke Schicht Sonnencreme, um acht oder mehr Stunden unter freiem Himmel zu trotzen.

Freitag, 24. April 2015

Wessen Internet - Genderhass statt Debattenkultur



Feministinnen mundtot machen - Caroline Criado-Perez berichtet von Hass-Attacken im Internet.
Foto: C. Olderdissen



Die Zunge an die Tischkante zu nageln mutet wie eine mittelalterliche Methode an, um Frauen zum Schweigen zu bringen. Die britische Journalistin Caroline Criado-Perez hat das krasse Bild gewählt, um ihren Vortrag in der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Hassattacken gegen Feministinnen im Internet zu illustrieren. Denn kaum wagt eine Frau - und gelegentlich auch ein Mann - sich zu Geschlechterverhältnissen in einem Blog, auf Facebook, Twitter oder anderen Social-Media-Kanälen zu äußern, wird sie mit Hass und Häme überschüttet - mit einem einzigen Ziel: Halt die Klappe.

Mittwoch, 22. April 2015

Nicola Sturgeon: Gute Königin oder gefährlichste Frau Britanniens?

Britische Zeitungen berichten über die Vorstellung des SNP-Wahlmanifests. Foto: Stadlmayer

In Großbritannien ist Wahlkampf und die Medien haben einen neuen Star erkoren: In höchsten Tönen preisen sie Nicola Sturgeon, schottische Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Scottish National Party (SNP). Nach der Vorstellung des SNP-Wahlmanifests schwärmte der linksliberale Guardian:  "Es war die Krönung von Königin Nicola." Der Herald lobte: "Nicola Sturgeon ist die stärkste Kraft innerhalb der britischen Linken." Die Huffington Post nannte sie "die mächtigste Politikerin seit Maggie". Und der Fernsehsender ITV fasste zusammen: "Journalisten und Kommentatoren waren sehr beeindruckt." Was ist da passiert?

Dienstag, 24. März 2015

Zur Erinnerung an die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus - Preisauszeichnung für Heidi Levine

Heidi Levine umarmt ihren palästinensischen Fahrer Ashraf Al Masri nach der Zerstörung seines Hauses in Gaza. Foto: Lefteris Pitarakis/AP

Vor einem knappen Jahr verlor die Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus bei einer Schießerei in Afghanistan ihr Leben. Um ihre herausragende Arbeit zu würdigen, schuf "The International Women's Media Foundation" (IWMF) in Washington den Anja-Niedringhaus-Preis für Fotojournalistinnen. Erste Preisträgerin ist die in Jerusalem lebende Amerikanerin Heidi Levine, die wie Niedringhaus immer wieder ihr Leben riskiert, um Konflikte und Kriege zu dokumentieren.

Dienstag, 17. März 2015

Gerechte Bezahlung: Bargeld statt Bartgeld! Kleb dir einen!

           

Am Freitag den 20. März begeht Deutschland zum achten Mal den Equal Pay Day. Mittlerweile hat der Aktionstag eine Homepage, ein Budget vom Bundesfrauenministerium, eine Geschäftsstelle und viel Aufmerksamkeit. An den Fakten aber hat sich fast nichts geändert: Frauen bekommen bei gleicher Arbeitszeit durchschnittlich knapp 22 Prozent weniger Lohn oder Gehalt als Männer. Bis zum Equal Pay Day arbeiten sie also quasi kostenlos.

Aber halt, nein, so dürfe man das ja gar nicht sehen, argumentieren – leider – auch KollegInnen in den Medien. Wenn Frauen wie Männer verdienen wollen, dann müssen sie sich nur an herrschende Normen anpassen: Also Autos bauen statt Kinder erziehen und Alte pflegen, Karriere statt Familienpausen machen und bitteschön doch einfach mehr Geld verlangen und nicht so zaghaft verhandeln. Kurz und gut, wir sollen also irgendwie männlicher werden - oder zumindest das, was in der Arbeitswelt als männlich gilt. Also, wenn das so einfach ist – dann kürzen wir den Prozess doch gleich ab: mit unserer Aktion #Bartgeld zum #EqualPayDay.

Sonntag, 8. März 2015

8. März - auf einen Drink im Watch-Salon


Herzlich willkommen in unserem Salon. Machen Sie es sich in einem unserer Clubsessel bequem, die Barkeeperin bringt Ihnen gleich Ihren Lieblingsdrink. Und dann schauen Sie sich um: Zum heutigen 8. März, dem Internationalen Frauentag, haben wir einige unserer Social-Media-Bekannten zu uns eingeladen. Wir haben ihnen verschiedene Fragen gestellt: zur heutigen Situation der Frauen, zum Feminismus, zur Rolle der Journalisten und Journalistinnen. Ihre Antworten finden Sie hier. Sie sind herzlich eingeladen, die Unterhaltung bei Twitter fortzusetzen unter dem Hashtag #8MärzSalon oder direkt per Kommentar hier im Watch-Salon.

Montag, 23. Februar 2015

Her mit den Karikaturistinnen!

Karikatur aus "Weibsbilder": Barbara Henniger




Der Anschlag auf Charlie Hebdo bescherte der Gattung der Karikaturen ein Revival aus traurigem Anlass. Denn politische Zeichnungen erscheinen außer in speziellen Heften wie Charlie eigentlich nur noch in größeren Tageszeitungen. Zeitschriften setzen eher auf etwas leichtfüßigere Cartoons, im Netz und auf dem Büchertisch dominieren Comics bzw. Graphic Novels. Jetzt aber kennt die ganze Welt den frechen, französischen Strich, der Charlie auszeichnet. Und auf die erste Schockstarre nach den grausamen Morden folgte ein kleines Raunen. In vielen Gesprächen wurde die politische und künstlerische Freiheit, Tabus radikal zu brechen, klar betont. Aber müssen uns deswegen diese groben Figuren gefallen, fragen sich so manche? Welche Bildideen wären wohl einer Karikaturistin zum Thema  Islamismus eingefallen? Und überhaupt, wo sind auch hier wieder die Frauen?